so weit können wir garnicht rennen, um uns von der errinnerung zu entfernen, um alles zu vergessen, um uns nicht mehr zu kennen. um wieder wie vorher zu sein, aus der erdrückenden eintönigkeit einfach fliehen. die luft ist unser weg, hunger in der stimme. flüsteren uns lügen zu, glauben sie blind. minus dich, singular. schlau streiten, dumm reden, stundenlang einfach sterben. herzlos, gefühle mal stärker, mal schwächer. hass geht lautlos in liebe über, unendlicher kreislauf. gesetze brechen, alles dreht sich langsamer, versinke in deinen augen, ertrinke in deinen augen. wir schließen augen vor dem was so unrealistisch scheint, scheißegal, wir schaffen das schon.
ich hab ja dich, du hast ja mich, wir haben ja kippen. mehr brauchen wir nicht, passt schon. wir scheitern jeden tag, in einsamkeit gehüllte gefühle, erzählen uns nichts mehr, kein vertrauen. wir sind monster, roboter, gefühlskalt, alles eingefroren, alles in blassblauem schmimmer. gespräche über gemeinsame vergangenheit, mittelfinger. rausch, es gibt klarheit, es gibt dieses plötzliche augenöffnen, ehrliche tränen und verzweiflung. kaum wahrzunehmendes augenzwinkern. jetzt schon das dreitausendste leben nach dem tod, zu oft tot gewesen. herzen geopfert, keine angst vorm gehen, weil wenn ich gehe, gehe ich mit dir. weil du meinst du wirst immer bleiben, schreibst mir kitschige worte, ich will es glauben, habe es schon so oft versucht. zwei leere körper, mein kopf dröhnte immer, zu viele gedanken. mich überkommt diese panik, ich möchte nicht allein sein.
dann, die zigartten waren uns ausgegangen, genau wie der gesprächsstoff. tun als wären wir schwerverliebt, sind es aber nicht. nacht wurde durchlöchert, ist zerstört, kaputt, nicht schön, wie du.
ich errinner mich an diese hitzeflirreden sommernächte. ich denke an einen ausweg, einem grund, mit all diesem shit aufzuhören. ein kühler luftstoß, eine trotzige kälte, unverbrauchte freiheit, ungelebtes leben. lebenshunger und dieser wunsch wieder zu atmen. spüre, wie das leben durch die adern hämmert. ein monotones, gleichmäßiges rauschen in unseren ohren, ziehen an der zigarette. ich schaue dich an, und merke wie sehr ich dich hasse. ich hasste irgendwie gerade alles, falle immer tiefer, einsame momente, durchgemachte nächte. ich hatte endlich erkannt, was ich mir selbst immer nur eingeredet hatte, all die lügen hatte ich selbst erschaffen. ich wollte nur irgendwen, und dann kamst du, wie ein opfer, ganz zufällig, einfach willkürlich ausgewählt.
ich wollte alles rückgängig machen, das alte leben. ich ging dir aus dem weg, ein paar tage, wochen wurden zu monaten, ich fühlte mich frei, weil es ein ende gab und mit jedem ende unweigerlich auch ein neuanfang verknüpft ist. das machte mich froh, du und dein leben und was du jetzt machtest, war mir egal.

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