ich schreibe, weil ich nichts vergessen will. keinen traum. nicht die realität, und vor allen dingen nicht das, was dazwischenliegt.

Samstag, 24. November 2012

deswegen

ich denke wieder an dich. ich dachte in der letzten zeit sehr viel an dich, während milchig graue sonnenstrahlen durch mein zimmerfenster strahlen und meine augen blenden. ich drehe mich weg, will dass diese gedanken weg sind, die stimmen werden mal lauter, mal leiser. es ist so, dass ich mehr zeit brauche. für all das, was nachts meinen kopf zum überschwappen bringt. kippe auf den asphalt snipsen, menschen mit leeren blicken zusehen, wie ihre schritte schneller werden, nur auf der suche nach dem nächsten zufluchtsort.
an diesen kalten november tagen, denke ich an die wärme deines lachens. wie es war, ehrlich und traurig. hinter den augen eine kaputte seele, die aus dir heraus wollte. einfach gerettet werden, befreit werden von all den problemen die dich belasteten. du hattest viele probleme. das sah man dir sofort an. wie müde und kaputt du aussahst, so als wär irgendwas in dir schon längst gestorben. ich hatte einfach immer nur das gefühl, dir helfen zu müssen, weil du es allein niemals hinbekommen würdest. ein schriller handyklingelton ertönt in dem so stillen zimmer in dem ich sitzte. kurze ablenkung, generation instagram, generation hipster. 
dann wieder gedanken sammeln, und die sonne geht schon wieder unter. wie schnell das alles geht.

etwas an dir hatte mich immer festgehalten. es hat mir das seltsame gefühl gegeben, in diesem augenblick nicht allein in dieser welt herumzustolpern. wir beide gemeinsam, beide nicht gerade perfekt. aber wir mochten es, so weit weg von allen zu sein. wir hatten unsere eigene welt, nur wir mussten uns verstehen, das reichte. so gut wie es am anfang war, wurde es später nie mehr. aber das war uns so egal in diesem moment. in diesem moment, in dem wir einfach frei sein wollten. weit entfernt von all dem stress und der hektik. du gabst mir so viel mut, mut dinge zu tun die ich mich zuvor nie getraut hatte. ich hatte mich wieder getraut zu lieben. und ich liebte nur dich
warme schleier über dem horizont, und etwas war so anders auf einmal. etwas was ich so lange herbeigesehnt hatte. ich wollte diese liebe die ich gab, jetzt auch endlich mal zurückbekommen.  stürme brauten sich auf, als hätte uns das leben auf so manche probe gestellt. wie du von der zukunft sprachst, und ich dir dabei gutgläubig zuhörte und es genau so wollte. 

aber das alles ganz anders kommen würde, davon sprachst du nie. davon sprach niemand. alle geblendet und taub in eine traumwelt blickend. zwischen seifenopern und happy-ending-disney-filmen, konnte man da nichts anderes erwarten. und die tage vergingen, jeden tag wurden die tage grauer und die blicker kühler. das mit den umarmungen, dem lachen, den momenten, in denen einfach alles perfekt war, und du die perfektion schlechthin warst, ja die waren schon lange vorbei.  und ich, hinterher trauernd, an etwas glaubend, was so niemals existierte.  aber da war doch der wunsch, und all die hoffnung die wir hatten. wo war sie hin? du kamst nicht, und wenn du kamst, ging ich weg. so als würden wir uns nicht mehr ertragen. von diesem moment an, war aus der liebe, wut geworden. warum gerade du und tausend andere fragen. all der typische kranke liebeskummer what ever shit eben. so ganz klischee haft.

traurige musik dröhnt aus meinen schon leicht kaputten apple-kopfhörern, sozusagen als passend melancholische hintergrundmusik meines so zebröselten lebens. angst kriecht in meinen kopf, frisst sich durch mein gehirn. angst, dich mit jedem atemzug ein stück mehr verblassen zu sehen. angst, das ich nun plötzlich ganz allein hier stehe und mir niemand mehr hilft, mein leben auf die reihe zu bekommen. du schlürfst an deinem eistee, wie so oft. und es gehörte zu dir. wie das was du zu sein schienst, auch zu mir passte.
ich lief neben dir. meine schritte möglichst nah an deinen haltend, blickkontakt suchend, vergebens. du sprachst mit anderen, wie immer eigentlich. nie war meine anwesenheit wichtig, plötzlich schien ich nur noch ein nerviger ballast zu sein, der dich an dem hinderte, was du sein wolltest, aber nicht warst. auf einmal kümmerte es dich, was die leute dachten, wie sie redeten. nie mehr das 'durch den menschen-vollen raum laufen und total albern sein', nie mehr diese gespräche in denen ich dein wahres ich, das was du wirklich warst, ohne irgendein verstellen, erkennen konnte.
und ich mochte es, wenn du ehrlich warst, wenn du echt warst, so unglaublich unreal. so atemberaubend. aber das schien nur noch eine verblasste erinnerung zu sein.

 so viel zeit verging, riss mich mit und ließ dich irgendwo weit weg stehen. und ja, diese unfassbare liebe war weg. so ganz noch immer nicht, aber das wollte ich mir nie eingestehen. ich entschloss mich, mich nicht wieder in deine richtung zu begeben. nicht die selben fehler nocheinmal machen, dafür hatte ich zu viel verloren, zu viel zeit die nicht wieder holen kann. gefühlskalt, gleichgültigkeit, kein einziger blick, wenn ich dich sehe. nebelschwaden zwirbeln sich durch die kalte landschaft, die sonne nur noch für augenblicke zu sehen bekommen, zwischen den wolken mal einen sonnenstrahl erhaschen. ich möchte einfach nur weglaufen, wenn das vermissen und die sehnsucht und all die hoffnung wieder in meinem kopf herum wirbeln. den problemen stelle ich mich schon lange nicht mehr, dafür sind sie mit der zeit viel zu groß geworden. 

hast du das kommen sehen, vor einem jahr ungefähr? dass sich alles so negativ in die komplett falsche richtung entwickelt? dass alles einfach nur noch wie ausgekotzt schmeckt, dass einfach alles so willenlos geschieht, ohne nachzudenken. einfach nur noch aufwachen, und dann versuchen irgendwie zu überleben. und wieder schleicht die dämmerung durch die zugezogenen gardinen meines zimmers und ich möchte, dass die stimmen leiser werden. diese gier nach leben. leben, so richtig leben. wie ich es vermisse. wie ich dich vermisse.


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